Samstag, 17. April 2010

Geschichten, die das Leben schreibt. Nachtrag.

Es ist geschehen. Daran habe ich ja schon fast garnicht mehr geglaubt. Alex hat mir endlich das Geld überwiesen.
Unzählige Male habe ich ihn per Mail, per sms und persönlich in Weimar oder Leipzig im C-Keller oder auf der Straße daran erinnert. Zuletzt mit Nachdruck: "Ich ruiniere deinen Ruf, wenn du nicht langsam mal in die Puschen kommst!"
Nach fünf Monaten. 5 Monaten! ... ist das Geld jetzt da. Und er hat sogar 1,50 draufgeschlagen. Zinsen. Finde ich gut.
So Alex, jetzt bist du mich erstmal wieder los. Vorläufig. Unsere Wege werden sich wieder kreuzen.

Sonntag, 11. April 2010

Döbelner Erkenntnisse

Es gibt da so Moment im Leben, da sieht man plötzlich klar. Glasklar.
Ich sitze auf einer Stufe. Es ist die Stufe der Bühne im Jugendclub Döbeln. Was hat mich denn hier her verschlagen? Es sind die Freunde. Die Verrückten. Wie immer.
Wir fahren also nach Döbeln, um dem Konzert der Empty Guns zu lauschen. Viele neue Lieder. Schöne viele neue Lieder. Und wir sind mal wieder hier um uns und um die Liebe zu feiern.
Das Konzert war schön. Die Vorband grandios. Vier Jungs machen Punkrock. Sie sind sehr jung und sehr leidenschaftlich. Deutschland muss sterben. Das Märchenland wird abgebrannt. Die unsichtbaren Fesseln, die dich deine Freiheit kosten. Und ein Lied über Sankt Pauli haben sie auch im Gepäck. Wie sich das gehört. Henriette dreht sich zu mir und fragt: "Na?! Nocheinmal 14 sein?". Nein. Bitte, nur das nicht.
Nach den Konzerten sitzt man auf abgewetzten Sofas und trinkt Bier. Ab uns zu der Gang zur Theke, Kirschlikör trinken. Der Mann hinter der Bar ist überfordert. Ich springe ein und mache ein wenig Musik. We are Scientists, Mediengruppe, Madsen, Wombats. Alles wie damals in der E-Burg. Damals als wir aus Weimar flohen, um unsere Musik zu hören. Jetzt fahren wir nach Döbeln, um sie selbst zu spielen. Krass.
Außer der Band und uns ist auch die Döbelner Jugend da. Die Alternativen. Die Punks. Die Indiekinder. Es wäre belustigend, irgendwie, wenn wir es nicht so ernst nehmen müssten. Die Döbelner Jugend ist erstaunlich tatoowiert und gepierced, wild feier will sie aber nicht mit uns. Sehr schade, wie ich finde.
Vor der Tür dann schreit einer von ihnen. Döbeln ist der letzte Dreck. Ich will wieder nach Berlin. Ich freu mich, wenn ich hier wieder weg kann. Morgen, zurück nach Berlin. Ich hasse das hier alles so, diese ganze Scheiße. Diese beschissenen betrunkenen Mädchen und die ganzen anderen Arschlöcher. Bloß wieder weg hier.
Ich kenne den Text, den habe ich auch schon aufgesagt. Ich habe ihm gesagt, dass man nichts für seine Heimatstadt kann und dass sich jeder irgendwann versöhnt, wenn man genügend Abstand hat. Aber er hat mir nicht zugehört. Auch egal, er wird es schon merken. Egal wie weit du weggehst, es ist doch immer hier.
Ich sitze auf der Stufe. Anna meint es sieht hier aus, wie im Schloss Einstein Gruppenraum. Damit hat sie recht. Ich sehe mich um und ich sehe klar.



Freitag, 9. April 2010

Momente im WG-Leben

Sie: Sag mal, warst du heute die ganze Zeit da?
Ich: ja.
Sie: alleine?
Ich: Ja... warum?
Sie: Da kamen vorhin so ... "Geräusche" aus deinem Zimmer...?!
Ich: Ich hab mir die Beine gewachst und vor Schmerz aufgeschrien.
Sie: (lacht) achso...
Ich: Es war also kein positiver Schmerz. Mh.
Sie: Nächstes Mal!
Ich: Ja, genau.