Ich war mir so sicher gewesen, dass er hält. Ausgerechnet jetzt! Dabei war das doch unsere letzte Chance. Aber das Schicksal meinte es offenbar nicht gut mit uns. Er war ja sowieso schon mottenzerfressen gewesen, doch, dass der Vorhang ausgerechnet heute reißen musste! Die Zuschauer wollten natürlich ihr Geld zurück und so werde ich die Herren vom Finanzamt nicht länger hinhalten können. Auch Schneewittchen werden wir nicht mehr spielen, denn ich musste Anna, das schönste Schneewittchen der Welt, gehen lassen. Sie hat es ja auch garnicht verdient, an so einem lausigem Kleinstadttheater zu spielen. Sie wird groß werden, das weiß ich. Jetzt sind mir nur noch meine allertreusten Freunde geblieben. Doch auch sie werde ich enttäuschen müssen. Alle habe ich enttäuscht. In ein paar Tagen wird das hier alles leer sein! Spinnweben werden sich über den schönen Kostümen hinziehen und die Motten können dann auch den Rest des Vorhanges vernichten. Oh, wie werde ich das hier alles vermissen. Den Applaus, die leuchtenden Kinderaugen, die mittelmäßigen Schauspieler. Wie soll jetzt nur alles weitergehen?
Diese Geschichte habe ich in der 8. Klasse geschrieben und dafür eine zwei bekommen. Die Zeitformen habe ich nämlich ständig durcheinander gehauen. Der besseren Lesbarkeit wegen, habe ich das hier schonmal korrigiert. Aber einen gewissen Hang zur Melancholie kann man mir offenbar auch schon damals anrechnen. Schön. Vielleicht hole ich nächster Zeit nochmehr alte Kurzgeschichten von mir heraus. Jemand Interesse?

1 Kommentare:
JA! Gut Idee, ich muss mal meine alten Hefter nach Geschichten durchkramen..
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