Gerade zu Weihnachten regt die Konsumsucht meiner Mitbürger in mir einen wundervollen und sehr starken Würgereiz. Innenstadt im Advent ist die Hölle, oder zumindest die Pforte zur Hölle. Weihnachtsmarkt ist von der romantischen Zuckerwattestimmung, wie sie in den rosa Wölkchen meiner Kindheitserinnerung bestand, in ein hektisches Kauf- und Fressgelage ausgeartet. Wer noch richtig schönes Kunsthandwerk bekommen will, muss suchen oder gleich auf den von mir ohnehin favorisierten alternativen Weihnachtsmarkt in Connewitz gehen. Im Zentrum gibts nur Wurst, Ramsch und Klebriges. Aber auch abseits des Weihnachtsmarktes kann man nicht entkommen. Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich mag Kitsch, habe sogar eine sehr große Vorliebe dafür, aber: Es gibt Grenzen! Zumal Kitsch auch nur schön ist, wenn er von allen gewollt und vorallem nicht zu ernst genommen wird. Aber das was die Dekorateure der einschlägigen Warenhäuser da abziehen, ist weit weg von Humor oder Geschmack. Das ist brutal. Normalerweise mag ich es durch die Innenstadt zu schlendern, einen Kaffee in der Hand, Häuser anschaun, Menschen beobachten, durch Passagen tauchen. Aber in dieser Zeit ist es nicht zum aushalten. Diese Menschenmassen mit den großen, bunten Plastiktüten voller Ramsch und Müll den sie ihren "Liebsten" zum "Fest der Liebe" schenken. Dreck. Das macht mich wirklich echt richtig wütend.
Meine Lieblingsökoseite aus GB "The Green Thing" ist aus ähnlichen Gründen besonders zu Weihnachten sehr aktiv. Das finde ich gut. Die haben eine Menge sehr hübsch aufgemachte Tipps und Trick für ein ökologischeres Leben, fern von Jutepullis und Hirsebrei. Außerdem finden sich dort inzwischen allerlei Videos, Songs und Spiele, mit denen man sich wunderbar die Zeit vertreiben kann. Ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen.
Heute erhielt dann ich per Newsletter das Angebot mir nichts zu kaufen. Tja und ganz ehrlich, ich konnte nicht wiederstehen und hab zugeschlagen. Und ganz ehrlich. Ist es nicht wunderschön?

