Eine Demo ist aber natürlich nicht nur ein emotionales Mienenfeld, sondern vor allem eine gute Sache.
Am 24.11.09 rief nämlich die Konferenz Sächsischer Studierender im Zuge des bundesweiten Bildungsstreik und anlässlich der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur Großdemo in Leipzig auf. Zusätzlich zu Leipziger Studenten aller Hochschulen, kamen Studenten aus Dresden, Chemnitz, Freiburg, Hannover und Göttingen und und und. Am Ende bedeutete das 9 000 Menschen, die gegen widrigen Studienbedingungen, gegen Studiengebühren, gegen Zulassungsbeschränkungen, gegen die Reformen des Bologna-Prozesses und die allgemeine Ökonomisierung der Bildung protestierten. Auf Zwischen- und Endkundgebungen sprachen Studenten, Professoren, eine Vertreterin von Verdi und auch ein Schüler kam zu Wort. Und es gab natürlich eine Unzahl an lustigen Schildern, Bannern und Aktionen... aber seht selbst:
Und was auf keiner coolen Demo fehlen darf, sind natürlich coole Weimarer Studenten. Die verteilten Bildungsgutscheine. Ach, die sind so cool.
Mittwoch, 25. November 2009
KEINE Stimme ohne uns! Für eine demokratische Bildungspolitik
Dienstag, 24. November 2009
Emotionales Mienenfeld.
Auf eine Demo gehen und Meinung zeigen ist ja an sich eine richtig gute Sache. Aber man sollte sich doch auch - so durfte ich heute lernen - emotional gut darauf vorbereiten.
Denn auf eine Demo gehen ist ein wahres gefühlstechnisches Mienenfeld.
Ekliger Exmitbewohner - Peng ... Mädchen, das ich neulich betrunken beschimpft habe - Papeng ... Exfreund - Krawumm. Totale Explosion. Worum gings hier nochmal? Warum bin ich hingegangen? Alleine!? Ohne Schutzschild. Scheiße man.
Montag, 16. November 2009
"Somehow everything I own, smells of you"
(Snow Patrol)
Es ist eigentlich egal, welche Musik ich höre. Wir teilten alle Lieder. Jeder Song erinnert mich an ihn. Und so erinnert mich keiner an ihn.
Egal welches Buch ich in die Hand nehme, wir haben über alle geredet. Jede Zeile erinnert mich an ihn. Und doch erinnert mich keine an ihn.
Egal welchen Pullover ich anziehe. Er hatte an jedem etwas auszusetzen. Alle erinnern mich an ihn. Keiner erinnert mich an ihn.
Wenn man sein ganzes Leben mit einander teilte, dann ist es egal was, wann, wer. Alles trägt doch Erinnerung an ihn.
Und irgendwie macht es das leichter. Einfacher. Ich muss keine Lieder aus der Playlist löschen, Bücher oder Kleider in die hintersten Ecke des Schrankes verbannen, muss nicht auf irgendetwas aus meinem Leben verzichten, weil sich die Erinnerung nicht konzentriert, sondern auf alles ausgebreitet hat.
Es bleibt mir also nur abzuwarten, bis sich neue Erinnerung neben die alten gesetzt haben und nicht mehr alles, was ich besitze, seinen Geruch trägt.
Dienstag, 3. November 2009
"Set The Fire To The Third Bar"
I find the map and draw a straight line
Over rivers, farms, and state lines
The distance from 'A' to where you'd be
It's only finger-lengths that I see
I touch the place where I'd find your face
My finger in creases of distant dark places
I'm miles from where you are,
I lay down on the cold ground
and I, I pray that something picks me up
and sets me down in your warm arms
Labels: Leben
