Mittwoch, 9. Dezember 2009

Heute habe ich mir mal nichts gekauft.

Gerade zu Weihnachten regt die Konsumsucht meiner Mitbürger in mir einen wundervollen und sehr starken Würgereiz. Innenstadt im Advent ist die Hölle, oder zumindest die Pforte zur Hölle. Weihnachtsmarkt ist von der romantischen Zuckerwattestimmung, wie sie in den rosa Wölkchen meiner Kindheitserinnerung bestand, in ein hektisches Kauf- und Fressgelage ausgeartet. Wer noch richtig schönes Kunsthandwerk bekommen will, muss suchen oder gleich auf den von mir ohnehin favorisierten alternativen Weihnachtsmarkt in Connewitz gehen. Im Zentrum gibts nur Wurst, Ramsch und Klebriges. Aber auch abseits des Weihnachtsmarktes kann man nicht entkommen. Nicht, dass ihr mich falsch versteht, ich mag Kitsch, habe sogar eine sehr große Vorliebe dafür, aber: Es gibt Grenzen! Zumal Kitsch auch nur schön ist, wenn er von allen gewollt und vorallem nicht zu ernst genommen wird. Aber das was die Dekorateure der einschlägigen Warenhäuser da abziehen, ist weit weg von Humor oder Geschmack. Das ist brutal. Normalerweise mag ich es durch die Innenstadt zu schlendern, einen Kaffee in der Hand, Häuser anschaun, Menschen beobachten, durch Passagen tauchen. Aber in dieser Zeit ist es nicht zum aushalten. Diese Menschenmassen mit den großen, bunten Plastiktüten voller Ramsch und Müll den sie ihren "Liebsten" zum "Fest der Liebe" schenken. Dreck. Das macht mich wirklich echt richtig wütend.

Meine Lieblingsökoseite aus GB "The Green Thing" ist aus ähnlichen Gründen besonders zu Weihnachten sehr aktiv. Das finde ich gut. Die haben eine Menge sehr hübsch aufgemachte Tipps und Trick für ein ökologischeres Leben, fern von Jutepullis und Hirsebrei. Außerdem finden sich dort inzwischen allerlei Videos, Songs und Spiele, mit denen man sich wunderbar die Zeit vertreiben kann. Ich kann es nur jedem wärmstens ans Herz legen.
Heute erhielt dann ich per Newsletter das Angebot mir nichts zu kaufen. Tja und ganz ehrlich, ich konnte nicht wiederstehen und hab zugeschlagen. Und ganz ehrlich. Ist es nicht wunderschön?





Mittwoch, 25. November 2009

KEINE Stimme ohne uns! Für eine demokratische Bildungspolitik

Eine Demo ist aber natürlich nicht nur ein emotionales Mienenfeld, sondern vor allem eine gute Sache.



Am 24.11.09 rief nämlich die Konferenz Sächsischer Studierender im Zuge des bundesweiten Bildungsstreik und anlässlich der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) zur Großdemo in Leipzig auf. Zusätzlich zu Leipziger Studenten aller Hochschulen, kamen Studenten aus Dresden, Chemnitz, Freiburg, Hannover und Göttingen und und und. Am Ende bedeutete das 9 000 Menschen, die gegen widrigen Studienbedingungen, gegen Studiengebühren, gegen Zulassungsbeschränkungen, gegen die Reformen des Bologna-Prozesses und die allgemeine Ökonomisierung der Bildung protestierten. Auf Zwischen- und Endkundgebungen sprachen Studenten, Professoren, eine Vertreterin von Verdi und auch ein Schüler kam zu Wort. Und es gab natürlich eine Unzahl an lustigen Schildern, Bannern und Aktionen... aber seht selbst:



Und was auf keiner coolen Demo fehlen darf, sind natürlich coole Weimarer Studenten. Die verteilten Bildungsgutscheine. Ach, die sind so cool.

Dienstag, 24. November 2009

Emotionales Mienenfeld.

Auf eine Demo gehen und Meinung zeigen ist ja an sich eine richtig gute Sache. Aber man sollte sich doch auch - so durfte ich heute lernen - emotional gut darauf vorbereiten.
Denn auf eine Demo gehen ist ein wahres gefühlstechnisches Mienenfeld.
Ekliger Exmitbewohner - Peng ... Mädchen, das ich neulich betrunken beschimpft habe - Papeng ... Exfreund - Krawumm. Totale Explosion. Worum gings hier nochmal? Warum bin ich hingegangen? Alleine!? Ohne Schutzschild. Scheiße man.

Montag, 16. November 2009

"Somehow everything I own, smells of you"

(Snow Patrol)

Es ist eigentlich egal, welche Musik ich höre. Wir teilten alle Lieder. Jeder Song erinnert mich an ihn. Und so erinnert mich keiner an ihn.
Egal welches Buch ich in die Hand nehme, wir haben über alle geredet. Jede Zeile erinnert mich an ihn. Und doch erinnert mich keine an ihn.
Egal welchen Pullover ich anziehe. Er hatte an jedem etwas auszusetzen. Alle erinnern mich an ihn. Keiner erinnert mich an ihn.
Wenn man sein ganzes Leben mit einander teilte, dann ist es egal was, wann, wer. Alles trägt doch Erinnerung an ihn.
Und irgendwie macht es das leichter. Einfacher. Ich muss keine Lieder aus der Playlist löschen, Bücher oder Kleider in die hintersten Ecke des Schrankes verbannen, muss nicht auf irgendetwas aus meinem Leben verzichten, weil sich die Erinnerung nicht konzentriert, sondern auf alles ausgebreitet hat.
Es bleibt mir also nur abzuwarten, bis sich neue Erinnerung neben die alten gesetzt haben und nicht mehr alles, was ich besitze, seinen Geruch trägt.

Dienstag, 3. November 2009

"Set The Fire To The Third Bar"

I find the map and draw a straight line
Over rivers, farms, and state lines
The distance from 'A' to where you'd be
It's only finger-lengths that I see
I touch the place where I'd find your face
My finger in creases of distant dark places



I'm miles from where you are,
I lay down on the cold ground
and I, I pray that something picks me up
and sets me down in your warm arms

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Geschichten, die das Leben schreibt.

Es gibt Menschen, die begleiten dich dein ganzes Leben lang. Bei einigen kannst du nichts daran ändern, wie den Eltern. Bei einigen steckst du viel Kraft und Mühe und Liebe hinein, dass sie bei dir bleiben mögen. Und bei wieder anderen tust du nichts dergleichen und doch kreuzen sie deinen Weg immer und immer wieder.

Eine solche Person ist für mich: Alexander H.
Alles begann, wie sooft, in der Grundschule. Er war der Enkel einer Bäckerin und somit jeden Morgen im Besitz von köstlichen Käsebrötchen. Meine Freundin und ich waren immer auf der Jagd nach den verlockensten Krümeln. (Jaja, peinlich. Ich weiß. Aber es gehört nunmal zur Geschichte). Und überdies war ich natürlich auch schwer in ihn verliebt.
Nach der Grundschule gingen wir zunächst getrennte Wege. An dieser Stelle möchte ich die Weimar-Interne-Ironie nicht verschweigen, dass ich auf das Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium ging, während er die nächsten Jahre auf dem Friedrich-Schiller-Gymnasium verweilte. Als nächstes begegnete er mir als Freund einer meiner besten Freundinnen wieder, was jedoch nicht von besonders langer Dauer war. Später traf man sich dann zu verschiedensten Anlässen wieder, z.B. zu jener sagenumwobenen Clara-Party Ende der 9. Klasse, auf der wir alle mehr tranken, als es uns guttat (Divan-Decke-des Schweigens). Da er nicht nur der Enkel einer Bäckerin, sondern auch der Sohn einer Pizzariabesitzerin war, bediente er mich auch in den Jahren das eine oder andere Mal.
Die nächste Station auf meinem Lebensweg war Leipzig. Für ihn auch. Also begegnete man sich auch hier. Auf der Straße. In der Straßenbahn. Oder, und damit komme ich zum Anlass dieser Geschichte, im Supermarkt. Dienstag, 21:30 Uhr, keine Milch im Haus. Also nochmal los. Milch kaufen. Und wenn man schonmal da ist, noch Birnen, Haferflocken, Limo und Wein. Vor mir an der Kasse: Alexander H. Wein, Orangensaft und Zigaretten. Man nickt sich zu und schweigt. Schließlich ist er an der Reihe. Seine Karte funktioniert nicht, trotzdem die Kassiererin ihr bestes gibt und es immer und immer wieder versucht. Es ist spät. Der nächste Bankautomat, selbst mit dem Fahrrad zu weit weg. Was tun? Ich springe ein. "Hey, Alex. Soll ich dir helfen? Komm ich bezahls mit und du gibst es mir dann mal wieder." Klappt. Meine Ware wird also noch zugerechnet. Meine Karte funktioniert. Es werden Nummern und Mailadressen ausgetauscht und Dinge in Beutel gepackt. Nach draußen. "Hey, danke, Sophie! Ohne meinen Feierabendwein wäre ich heute aufgeschmissen gewesen." "Na klar, kein Problem. Und: ich auch!"
So sind sie also die Studenten: holen sich kurz vor Ladenschluss ihren Feierabendwein, den sie dann alleine vor dem PC oder Fernseher trinken. Aber, immerhin, sie helfen sich.

Bis nächstes Mal, Alex. Man sieht sich immer zweimal im Leben.

Sonntag, 25. Oktober 2009

Herbst. Winter.

Da war er wieder. Der Herbst. Der Winter. Die Kälte. Die Nässe. Die Einsamkeit. Das Alleinsein. Die Taubheit. Das Feststecken. Der Stillstand. Nachmittage und Abende voll von unausfüllbarer freier Zeit. Was mache ich nur damit? Im Sessel sitzen. Kerzen anzünden. Teitur hören. In die Luft starren. An den Frühling denken. Den Sommer. Die Wärme. Den frischen Wind. Das Eisessen. Das Händchenhalten. Das zusammen alles machen. Das neue Welten entdecken. Das Gefühl der Unbesiegbarkeit. Das Glück fühlen.
Das kommt wieder. Hat man mir gesagt. Das weiß ich auch. Aber ich bin des Wartens, des Erduldens, des Ertragens so überdrüssig.

Dienstag, 6. Oktober 2009

Ein Hoch auf den Bachelor und seine Förderung des Konkurrenzdrucks

Kaum ist der erste Tag Hochschule vorbei, stellt sich schonwieder das langvermisste Gefühl der Überforderung ein.

Wer macht was im Studium generale? Ist das schlimm, wenn man das jetzt noch nicht macht? Und wo mach ich mein Praktikum? Wie ihr habt alle schon Ideen? Ist das schlimm, wenn man die noch nicht hat? Achso, alle haben schonmal mit Gruppen gearbeitet und kennen sich voll aus? Mh, ist das schlimm, wenn man das noch nicht hat? Und in Englisch müssen wir ein Referat halten, auf Note, zum ersten Mal, klar habt ihr alle schon Ideen dafür? Ist das schlimm, wenn ich noch keine habe? Und wie waren alle eure Praktika und Workcamps im Sommer? Ist das schlimm, wenn man in der vorlesungsfreien Zeit Urlaub gemacht hat?
IST DAS SCHLIMM ???

Mittwoch, 30. September 2009

Wir haben alle sooooooo sehr gehofft.


Und trotzdem.
Bäh.

RevoluzZza Moya.

Anlässlich der Geburt meines Neffen im Herzen habe ich mich mal wieder an die Nähmaschine gesetzt. Nachdem ich früher nur unförmige Kissen und schiefe Taschen genäht habe, bin ich doch etwas überrascht gewesen, dass ich das noch einigermaßen konnte.

Dabei herausgekommen ist ein RevolzZza Monster! Die Anleitung dazu fand ich hier. Ergänzt wurde es um ein kleines Schildchen am Bein, auf das ich Moya, den Namen des Frischlings, gestickt habe. Außerdem habe ich das Herz, das eigentlich auf die Vorderseite kommt, durch einen Stern ersetzt, den ich auf den Po des Monsters nähte (fand ich männlicher ;D) Es hat eine Menge Arbeit und eine noch größere Menge Spaß gemacht!



Ich bin im Nähfieber und einige Freunde, die in nächster Zeit Geburtstag feiern, können sich jetzt schonmal auf die Auswüchse dessen freuen.

Donnerstag, 24. September 2009

Wer hat Angst vorm Überhangmandat? Alle.



Diesen Flyer fand ich heute im Briefkasten. Und, tataa, man sieht es. Alle haben Angst vor einer schwarz-gelben Regierung. Diese Koalition könnte durch eine Mehrheit erreicht werden, die nicht auf den zugeteilten Sitzen durch die Zweitstimme, sondern durch die zusätzlich erreichen Direktmandate durch die Erststimme zu Stande kommen könnte.
Die Grünen aus Weimar raten daher die Erststimme an Carsten Schneider von der SPD zu vergeben und mit der Zweitstimme grün zu wählen. Das ist wirklich nicht dumm, wenn man mal darüber nachdenkt. Man kann dadurch jene schreckensversprechende Koalition verhindern und sorgt trotzdem dafür, dass es im Bundestag ein wenig grün ist.
Und ich glaube Carsten ist auch keine so schlechte Wahl, auch wenn er uns damals auf Klassenfahrt bei unserer Audienz, die unsere Klassenlehrerin so engagiert arrangiert hatte, versetzte und stattdessen seinen Praktikanten vorbeischickte (den Jürgen damals ziemlich in Grund und Boden geredet hat... daran kann ich mich noch sehr gut erinnern :))

Aber eigentlich egal wie. Geht wählen.
Wer nicht wählen geht, wählt CDU/FDP. Und das kann nun wirklich niemand wollen!

Donnerstag, 17. September 2009

Eine kleine eigene Welt - meine Handtasche

Von Tommy geklaut... wie so vieles hier. Liegt einfach daran, dass der toll ist. Es handelt sich hier um eine Blogparade, gestartet von den tagebuchgedanken

Hier also mein gutes Stück. Ist im Grunde keine Handtasche, aber ich bin nicht so das Handtaschenmädchen. Meistens sind es bunte Stoffbeutel.
Der hier ist im Moment mein großer Favorit. Ich habe ihn auf dem Flohmarkt auf der Feinkost gekauft, wo ich mich auf den ersten Blick verliebte.


Inventar:
- Schlüsselbund
- Kalender
- Sonnenbrille + Etui (Kann ich wohl bald mal raustun. Leider)
- Taschentücher
- mp3-Player
- 1-Hilfe-Döschen (Nadel und Faden, Kopfschmerz-, Halsschmerztablette, Pflaster, Zahnstocher)
- Tampons (wundert mich stark, dass das keine der anderen weiblichen Teilnehmer in der Handtasche hatte...)
- Mini-buch (Daphne Du Maurier - Der kleine Fotograf)
- Kaugummies
- Sticker
- Portemonnaie
- Deo
- Kamera
- ein weiterer Stoffbeutel (weil Plastiktüten überall mitnehmen böse ist)

Mittwoch, 16. September 2009

The Yes Men Fix The World.

Gestern auf dem letzten guten Sender, der aus meinem Fernseher kommt, gesehen (arte).
Eine Woche kann man sich den Film noch auf arte+7 ansehen und das sollte man tun.
Sehr lustig, schrecklich, inspirierend.

Andy Bichlbaum und Mike Bonanno sind zwei besonders einfallsreiche globalisierungskritische Politaktivisten. Sie geben sich mit unglaublicher Chuzpe für Vertreter offizieller Organisationen, internationaler Konzerne und Regierungen aus und lassen sich zu Statements und Reden in Fernsehsendungen beziehungsweise auf internationalen Konferenzen einladen. Stets seriös in Anzug mit Krawatte gekleidet, wollen sie durch bewusst satirische und schockierende Reden über die Auswüchse der globalisierten Wirtschaft ihr Publikum - Konzernmanager, Lobbyisten und Regierungsvertreter - aufrütteln.
Trotz ihrer abstrusen Theorien und PowerPoint-Präsentationen, die offensichtlich die Grenzen der Ethik überschreiten, gehen ihnen ihre Opfer oftmals auf den Leim. Im Namen von Marktgesetzen und ökonomischen Grundsätzen werden offenbar die verrücktesten und unmenschlichsten Ideen akzeptiert. Trailer.

Dienstag, 15. September 2009

Quappieh!

Hach das macht Spaß. Lustigen Quatsch einrichten.
Mal sehen wie schnell die wohl nerven werden...

Montag, 14. September 2009

Willkommen auf den Sommerweiden.

Entgegen des eventuell ersten Eindrucks hinsichtlich meines Blogtitels, handelt es sich hier nicht um einen Wendy-Pferde-Blog. Der Titel entstand durch das willkürliche Aufschlagen des von mir zuletzt gelesenen Buches, bei dem mir dieser Satz ins Auge stach und sehr gut gefiel (Dieses Buch war ebenfalls nicht die Wendy). Wenn mir was Besseres unter die Augen kommt, kann sich das auch gerne noch ändern.

Mal sehen was ich hieraus so mache. Ich freu mich auf jeden Fall drauf!